"Made in Germany" - Historie einer Herkunftsbezeichnung

Nach der Weltausstellung 1876 in Philadelphia sahen sich deutsche Unternehmer an ihrem Ehrgeiz gepackt. Ihre Produkte waren dort von Fachleuten als eher „billig und schlecht“ bezeichnet worden.

 

Also versuchte man, diese Schmach auszumerzen und die Qualität deutscher Produkte zu steigern. Mit Erfolg, und schon bald nahm die deutsche Exportquote – auch begünstigt durch niedrige Löhne und günstige Produktionsbedingungen – deutlich zu. So deutlich, dass das Britische Empire den britischen Wirtschaftsraum durch Exporte aus Deutschland bedroht sah.

 

Deswegen wollte man mit einer "genauen Angabe des Herkunftslandes" auf jedem Produkt die deutschen Exporte eindämmen. Also wurde 1887 in England ein Gesetz erlassen, nach dem alle deutschen Produkte mit der Kennzeichnung „Made in Germany“ zu versehen waren. Die Briten, so die Kalkulation, würden schon aus patriotischem Pflichtgefühl die ausländischen Konkurrenten boykottieren.

 

Eine fatale Fehlkalkulation, wie sich schnell herausstellte. Die als „Brandmarke“ gedachte Kennzeichnung auf den deutschen Produkten wurde innerhalb weniger Jahre zu einem Gütesiegel. Denn die guten Erfahrungen, die von den Käufern mit den deutschen Produkten gemacht wurden, zählten mehr als die Treue zum Heimatprodukt.

 

Schon 1896 vermerkte der britische Journalist E.E. Williams in seinem Buch „Made in Germany“: „Am meisten dagegen spricht, dass es als kostenfreie Empfehlung der deutschen Waren spricht“. Was Williams wohl ahnte: Deutschlands Aufstieg zum Exportweltmeister begann.

 

„Made in Germany“ – ein Begriff von bleibendem Wert?

 

Zweifel sind immer gestattet, allein weil sie ein regelmäßiges Hinterfragen und Evaluieren fördern. Und Fehlentwicklungen – ähnlich wie 1876 in Philadelphia – sichtbar machen könnten. Aber alle aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen:

 

  •  „Made in Germany“ stellt im internationalen Wettbewerb trotz struktureller Probleme, trotz der gegebenen Wachstumsschwäche und trotz hoher Lohnkosten immer noch ein Gütesiegel dar. 
  • „Made in Germany“ steht immer noch für Qualität, Fleiß, Effizienz und Präzision und damit für gute, zuverlässige und ebenso solide wie innovative Produkte. 
  •  „Made in Germany“ ist mit jährlich über 100.000 innerdeutschen und über 15.000 internationalen Patentenanmeldungen - überwiegend aus der praxisnahen Forschung marktorientierter Unternehmen - Weltspitze in der Entwicklung zukunftsweisender Innovationen. 
  •  „Made in Germany“ wird auf internationalen Märkten deswegen auch weiterhin als klare Stärke wahrgenommen, die Kaufentscheidungen positiv beeinflusst.
  • „Made in Germany“ wird international aber auch durch z.B. Politik, Kunst, Kultur oder Architektur und die dahinter stehenden Menschen verkörpert und steht damit für Kreativität und Weltoffenheit.
  •  „Made in Germany“ bildet damit alle Voraussetzungen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten, Dienstleistungen und Fähigkeiten des Wirtschaftsstandortes Deutschland weltweit unter einem Label mit hohem Bekanntheitsgrad zu fördern.

 

"Made in Germany" als Herkunftsbezeichnung

 

Der Begriff "Made in Germany" wird auch heute noch vielfach als Herkunftsbezeichnung eingesetzt - wobei es in Deutschland keine Regelungen gibt, wann und wofür diese verwendet werden darf. Einen Überblick über die aktuelle Rechtslage gibt Ihnen der Vortrag

 

"Die Herkunftsbezeichnung 'Made in Germany' - 

Historie, Zulässigkeit und Bedeutung eines alten (neuen) Wertbegriffs",

 

den Sie als PDF-Dokument durch Anklicken in Auszügen aufrufen können. 

 

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